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Strategie18 Min. Lesezeit

ACoS senken: 5 bewährte Strategien für Amazon Seller

Dein ACoS ist zu hoch? Diese 5 Strategien helfen dir, deine Werbekosten zu reduzieren — ohne Impressions oder Sales zu verlieren.

10. April 2026

Was ist der ACoS und warum ist er so wichtig?

Der ACoS (Advertising Cost of Sales) ist die zentrale Kennzahl im Amazon PPC. Er zeigt dir, wie viel Prozent deines Werbeumsatzes du für Werbung ausgibst. Die Formel ist einfach:

ACoS = Ad Spend ÷ Ad Sales × 100

Ein ACoS von 25% bedeutet: Für jeden Euro Werbeumsatz gibst du 25 Cent für Werbung aus. Ob das gut oder schlecht ist, hängt von deiner Marge ab.

ACoS vs. Gewinnmarge: Die entscheidende Beziehung

Um deinen ACoS richtig einzuordnen, musst du deinen Break-Even-ACoS kennen. Der Break-Even-ACoS ist deine Gewinnmarge vor Werbekosten. Alles darunter ist profitabel, alles darüber kostet dich Geld.

Rechenbeispiel für ein typisches Amazon-Produkt:

  • Verkaufspreis: 29,99 €
  • Einkaufspreis: 8,00 €
  • Amazon-Gebühren (FBA + Referral): 10,50 €
  • Verpackung & Versand zum Lager: 1,50 €
  • Gewinnmarge vor Werbekosten: 10,00 € = 33,3%

In diesem Fall ist dein Break-Even-ACoS 33,3%. Bei einem ACoS von 25% machst du 8,3% Gewinn pro Werbeumsatz (2,49 € pro Einheit). Bei einem ACoS von 40% verlierst du 6,7% pro Werbeumsatz (2,01 € pro Einheit).

Ziel-ACoS vs. Blended ACoS vs. TACoS

Ein häufiger Fehler: Seller optimieren nur den ACoS einzelner Kampagnen, ohne das Gesamtbild zu sehen. Es gibt drei wichtige ACoS-Kennzahlen:

  • Kampagnen-ACoS: Die Werbekosten einer einzelnen Kampagne geteilt durch deren Werbeumsatz. Gut für die Optimierung einzelner Kampagnen.
  • Blended ACoS (Account-ACoS): Der gesamte Ad Spend geteilt durch den gesamten Ad Revenue aller Kampagnen. Zeigt die Gesamtperformance deiner Werbung.
  • TACoS (Total Advertising Cost of Sales): Der gesamte Ad Spend geteilt durch deinen gesamten Umsatz (organisch + Werbung). Die wichtigste Kennzahl, weil sie zeigt, wie viel deines Gesamtumsatzes in Werbung fließt.
Rechenbeispiel: Du gibst 3.000 € für Werbung aus. Dein Werbeumsatz ist 12.000 € (ACoS = 25%). Dein Gesamtumsatz inklusive organisch ist aber 40.000 €. Dein TACoS ist also 7,5% — und das ist ein gesunder Wert.
Warum der TACoS so wichtig ist: Ein hoher Kampagnen-ACoS kann akzeptabel sein, wenn die beworbenen Produkte dadurch organisch besser ranken und mehr organische Sales generieren. Der TACoS zeigt dir diesen Gesamteffekt.

Das Problem: Bei vielen Amazon Sellern liegt der ACoS deutlich über der Gewinnmarge. Jeder Sale über Werbung kostet sie Geld. Hier sind 5 Strategien, die nachweislich funktionieren.

Strategie 1: Negativ-Keywords konsequent pflegen

Die mit Abstand effektivste Methode, deinen ACoS zu senken, ist die konsequente Pflege von Negativ-Keywords. In den meisten Accounts verbrennen 15–25% des Budgets durch Keywords, die nie konvertieren.

Warum Negativ-Keywords so wirkungsvoll sind

Jeder Klick auf eine irrelevante Suchanfrage kostet dich Geld — ohne jede Chance auf einen Sale. Diese verschwendeten Klicks erhöhen deinen ACoS direkt. Wenn du 20% deiner Klicks für irrelevante Suchanfragen bezahlst, ist dein ACoS automatisch 20% höher als nötig.

Schritt-für-Schritt: Search Term Analyse

1. Öffne den Search Term Report für die letzten 30–60 Tage (unter Berichte → Werbung → Search Terms)
2. Exportiere als CSV und öffne in Excel oder Google Sheets
3. Sortiere nach Ausgaben (höchste zuerst)
4. Erstelle drei Filter-Kategorien:
- Sofort negieren: Ausgaben > 15 € und 0 Sales UND offensichtlich irrelevant
- Beobachten: Ausgaben > 10 € und 0 Sales, aber potenziell relevant (mehr Daten sammeln)
- Behalten: Konvertiert oder zu wenig Daten für eine Entscheidung
5. Füge die "Sofort negieren"-Keywords als Exact-Match Negativ-Keywords hinzu
6. Setze dir eine Erinnerung, die "Beobachten"-Keywords in 2 Wochen erneut zu prüfen

Konkretes Zahlenbeispiel

Ausgangslage: Ein Seller für Premium Bluetooth-Kopfhörer, Ad Spend 8.500 €/Monat, ACoS 31%.

Search Term Analyse ergab unter anderem:

Search TermKlicksAusgaben/MonatSalesAktion
kopfhörer reparatur847423 €0Negativ (Phrase)
kopfhörer kabel 3m312187 €0Negativ (Phrase: "kabel")
beats kopfhörer523366 €0Negativ (Exact)
jbl kopfhörer441309 €0Negativ (Exact)
kopfhörer günstig unter 20 euro287172 €0Negativ (Phrase: "unter 20")
kinder kopfhörer198119 €0Negativ (Phrase: "kinder")
kopfhörer test stiftung warentest15694 €0Negativ (Exact)

Ergebnis nach 30 Tagen: 89 Negativ-Keywords hinzugefügt. Monatliche Einsparung: 1.670 €. ACoS sank von 31% auf 22,4%. Der Umsatz blieb identisch, weil die blockierten Klicks ohnehin nie konvertiert hätten.

Erweiterte Negativ-Keyword-Strategien

Cross-Negation zwischen Kampagnen: Wenn du nach Match Types getrennte Kampagnen hast (Exact, Phrase, Broad), solltest du Cross-Negation nutzen. Keywords, die in deiner Exact-Kampagne laufen, werden als Negativ in der Broad-Kampagne hinzugefügt. So verhinderst du, dass du für dasselbe Keyword in zwei Kampagnen bezahlst.

Brand-Defense vs. Brand-Offense: Entscheide bewusst, ob du auf Wettbewerber-Marken bieten willst. Wenn nicht, negiere sie konsequent. Wenn ja, trenne sie in eigene Kampagnen mit separatem Budget und ACoS-Ziel (Wettbewerber-Kampagnen haben typischerweise einen 2–3x höheren ACoS).

Profi-Tipp: Mache dies nicht nur einmal, sondern wöchentlich. Neue irrelevante Search Terms tauchen ständig auf. Tools wie Bruno analysieren deine Search Terms automatisch kampagnenübergreifend und schlagen Negativ-Kandidaten mit konkreten Euro-Beträgen vor — so siehst du sofort, welche Keywords das meiste Budget verbrennen.

Strategie 2: Match Types richtig einsetzen

Viele Seller nutzen ausschließlich Broad Match — das ist einer der teuersten Fehler im Amazon PPC. Broad Match zeigt deine Anzeigen für eine Vielzahl von Suchanfragen, viele davon irrelevant. Das Ergebnis: hoher ACoS, weil du für Klicks zahlst, die nie konvertieren.

Die drei Match Types im Detail

Exact Match — Deine Anzeige erscheint nur bei exakt dieser Suchanfrage (plus enge Varianten wie Singular/Plural). Höchste Kontrolle, höchste Conversion Rate, aber geringste Reichweite.

Phrase Match — Deine Anzeige erscheint, wenn die Suchanfrage deine Phrase in der richtigen Reihenfolge enthält. "bluetooth kopfhörer" als Phrase Match matcht auch "bluetooth kopfhörer sport" oder "beste bluetooth kopfhörer", aber nicht "kopfhörer bluetooth".

Broad Match — Deine Anzeige erscheint für Suchanfragen, die dein Keyword in beliebiger Reihenfolge enthalten, plus Synonyme und verwandte Begriffe. Größte Reichweite, aber geringste Kontrolle.

Die optimale Match-Type-Strategie (The Waterfall)

Das bewährteste Modell ist die sogenannte Waterfall-Struktur:

1. Discovery-Kampagne (Broad Match) — 15% des Budgets
- Zweck: Neue profitable Keywords finden
- Niedrige Bids (30–50% deines Ziel-Bids)
- Loose Targeting, um möglichst viele Search Terms zu sammeln
- Wöchentlich: Performer-Keywords extrahieren und in Exact-Kampagne übertragen
- Wöchentlich: Non-Performer als Negativ hinzufügen

2. Research-Kampagne (Phrase Match) — 25% des Budgets
- Zweck: Varianten deiner besten Keywords testen
- Mittlere Bids (60–80% deines Ziel-Bids)
- Keywords aus der Broad-Kampagne, die Potenzial zeigen, aber mehr Daten brauchen
- Wöchentlich: Bewährte Varianten in Exact übernehmen

3. Performance-Kampagne (Exact Match) — 60% des Budgets
- Zweck: Maximaler ROI auf bewährte Keywords
- Höchste Bids (100–150% deines Ziel-Bids)
- Nur Keywords, die nachweislich konvertieren
- Hier wird der Großteil deines Umsatzes generiert

Konkretes Zahlenbeispiel: Vorher/Nachher

Vorher: Ein Seller hatte alle 120 Keywords in einer einzigen Broad-Match-Kampagne. Ad Spend 5.000 €/Monat, ACoS 35%.

Nachher (nach 6 Wochen Waterfall-Struktur):

KampagneBudgetKeywordsACoSSales
Exact (Performance)3.000 €28 Keywords18%16.667 €
Phrase (Research)1.250 €35 Keywords27%4.630 €
Broad (Discovery)750 €57 Keywords42%1.786 €
Gesamt5.000 €120 Keywords21,7%23.083 €

Der Gesamtumsatz stieg von 14.286 € (bei 35% ACoS) auf 23.083 € — bei gleichem Spend. Der ACoS sank von 35% auf 21,7%.

Wichtig: Cross-Negation nicht vergessen

Damit die Waterfall-Struktur funktioniert, musst du Cross-Negation einsetzen. Jedes Keyword, das in deiner Exact-Kampagne läuft, wird als Negativ-Exact in Phrase und Broad hinzugefügt. So verhinderst du doppelte Ausspielung und kannst die Performance sauber messen.

Strategie 3: Bid-Management nach Performance-Daten

Pauschal hohe Bids für alle Keywords ist teuer. Intelligentes Bid-Management passt Gebote basierend auf der tatsächlichen Performance jedes einzelnen Keywords an.

Die Grundregel des Bid-Managements

Dein Bid sollte sich am tatsächlichen Wert eines Klicks orientieren. Der Wert eines Klicks berechnet sich so:

Ziel-Bid = Durchschnittlicher Bestellwert × Conversion Rate × Ziel-ACoS

Beispiel: Dein Produkt kostet 39,99 €. Die Conversion Rate des Keywords ist 12%. Dein Ziel-ACoS ist 25%.

Ziel-Bid = 39,99 € × 0,12 × 0,25 = 1,20 €

Bid-Anpassungen nach Performance

Nutze diese Tabelle als Leitfaden für Bid-Anpassungen:

SituationKlicksACoS vs. ZielAktion
Star-Keyword> 30ACoS deutlich unter ZielBid um 15–25% erhöhen
Performer> 20ACoS leicht unter ZielBid um 5–10% erhöhen
Grenzgänger> 20ACoS nahe am Ziel (±5%)Bid beibehalten
Underperformer> 20ACoS 20–50% über ZielBid um 15–25% senken
Budget-Verbrenner> 30ACoS > 2x ZielBid um 40–60% senken oder pausieren
Zu wenig Daten< 15Abwarten, Daten sammeln

Wichtig: Ausreichend Daten vor Entscheidungen

Ein Keyword mit 5 Klicks und 0 Sales ist kein aussagekräftiges Signal. Bei einer durchschnittlichen Conversion Rate von 10% erwarte ich statistisch erst nach 10 Klicks einen Sale. Ein Keyword braucht mindestens 15–20 Klicks für eine fundierte Bid-Entscheidung.

Faustregel für die Mindest-Daten:
- Für eine Bid-Erhöhung: Mindestens 15 Klicks mit gutem ACoS
- Für eine Bid-Senkung: Mindestens 20 Klicks mit schlechtem ACoS
- Für eine Pausierung: Mindestens 30 Klicks ohne Sale ODER Ausgaben > 2x Produktpreis ohne Sale

Automatisiertes Bid-Management mit Regeln

Manuelles Bid-Management funktioniert bei 20 Keywords. Bei 200 oder 2.000 Keywords wird es unmöglich. Hier kommen automatisierte Regeln ins Spiel.

Beispielregeln für eine Rule Engine:

  1. WENN ACoS > 35% UND Klicks > 25 UND Zeitraum = 14 Tage → DANN Bid senken um 15%
  2. WENN ACoS < 15% UND Klicks > 20 UND Impressions-Anteil < 20% → DANN Bid erhöhen um 20%
  3. WENN Ausgaben > 50 € UND Sales = 0 UND Zeitraum = 30 Tage → DANN Bid senken um 40%
  4. WENN ACoS < 10% UND Klicks > 50 → DANN Bid erhöhen um 10% (max. 2,50 €)

Mit einer Rule Engine wie bei Bruno kannst du solche Regeln definieren und sie werden stündlich geprüft. Der Dry-Run-Modus zeigt dir vorher, welche Änderungen die Regel vornehmen würde — ohne sie tatsächlich auszuführen. So kannst du jede Regel testen, bevor sie live geht.

Bid-Management-Fehler, die du vermeiden solltest

  • Zu häufige Änderungen: Ändere Bids nicht täglich. Amazon braucht 2–3 Tage, um auf Bid-Änderungen zu reagieren. Gib jeder Änderung Zeit, sich auszuwirken.
  • Keine Ober- und Untergrenzen: Setze immer einen maximalen Bid (z.B. 3,00 €), um zu verhindern, dass automatische Erhöhungen außer Kontrolle geraten.
  • Gleiche Regeln für alle Produkte: Produkte mit unterschiedlichen Margen brauchen unterschiedliche Ziel-ACoS-Werte und damit unterschiedliche Bid-Regeln.

Strategie 4: Dayparting nutzen

Nicht jede Stunde des Tages konvertiert gleich. Die meisten Amazon-Käufe passieren abends zwischen 19 und 22 Uhr. Nachts zwischen 2 und 6 Uhr ist die Conversion Rate typischerweise 40–60% niedriger als zur Prime Time.

Warum Dayparting deinen ACoS senkt

Wenn du um 3 Uhr nachts denselben Bid zahlst wie um 20 Uhr abends, aber die Conversion Rate nachts halb so hoch ist, dann ist dein effektiver ACoS nachts doppelt so hoch. Du bezahlst denselben CPC, bekommst aber nur halb so viele Sales pro Klick.

Rechenbeispiel:

ZeitraumCPCConv. RateACoSSpendSales
20 Uhr (ohne Dayparting)1,00 €14%18%100 €14
03 Uhr (ohne Dayparting)1,00 €6%42%50 €3
03 Uhr (mit Dayparting, 60%)0,60 €6%25%30 €3

Im Beispiel sparst du durch Dayparting 20 € nachts — bei gleicher Anzahl Sales (weil du trotzdem angezeigt wirst, nur mit niedrigerem Bid). Das summiert sich über alle schwachen Stunden auf 5–15% ACoS-Reduktion.

So setzt du Dayparting ein (Schritt-für-Schritt)

Schritt 1: Daten sammeln und analysieren

Du brauchst mindestens 30 Tage stündliche Performance-Daten. Erstelle eine Tabelle mit diesen Spalten für jede Stunde:

  • Impressions
  • Klicks
  • Ausgaben
  • Sales
  • Conversion Rate (Sales ÷ Klicks)
  • ACoS (Ausgaben ÷ Umsatz)

Schritt 2: Stunden kategorisieren

Basierend auf deinen Daten, teile die 24 Stunden in Kategorien ein:

  • Premium (130–150%): Stunden mit ACoS deutlich unter deinem Ziel. Hier willst du mehr Impressions.
  • Standard (100%): Stunden mit ACoS nahe deinem Ziel.
  • Reduziert (70–85%): Stunden mit ACoS über deinem Ziel.
  • Minimal (40–60%): Stunden mit sehr hohem ACoS oder kaum Conversions.

Schritt 3: Typisches Dayparting-Raster für den deutschen Markt

StundeMo–FrSaSo
00–0550%50%60%
05–0870%60%60%
08–1090%80%90%
10–12100%100%110%
12–14110%110%120%
14–17100%100%110%
17–19110%100%110%
19–22140%130%140%
22–0090%80%80%
Wichtig: Dies ist ein Ausgangspunkt. Deine Daten können abweichen — ein B2B-Produkt hat z.B. ganz andere Muster als ein Consumer-Produkt. Passe das Raster an deine tatsächlichen Daten an.

Schritt 4: Konservativ starten und iterieren

Starte mit moderaten Schwankungen (80–120%). Wenn du nach 3–4 Wochen siehst, dass es funktioniert, kannst du die Spreizung vergrößern (50–150%). Überwache den ACoS wöchentlich und passe an.

Bruno bietet ein vollständiges 7×24 Dayparting-Raster pro Kampagne — die Bids werden automatisch jede Stunde angepasst, inklusive Performance-Heatmap.

Strategie 5: Kampagnenstruktur optimieren

Eine unstrukturierte Kampagne mit Hunderten von Keywords in einer Ad Group macht Optimierung nahezu unmöglich. Die richtige Struktur ist die Basis für niedrigen ACoS.

Die optimale Kampagnenstruktur

Single-Keyword Ad Groups (SKAGs) für deine Top-Performer

Deine besten 10–20 Keywords bekommen jeweils eine eigene Ad Group. Warum? In einer Ad Group mit 50 Keywords bestimmt Amazon, welches Keyword den größten Anteil der Impressions bekommt. Oft ist es nicht das profitabelste.

In einer SKAG kontrollierst du:
- Den Bid exakt für dieses eine Keyword
- Die Negativ-Keywords spezifisch für dieses Keyword
- Die Anzeigentexte (bei Sponsored Brands) passend zum Keyword
- Die Performance-Messung ohne Verwässerung durch andere Keywords

Beispiel SKAG-Setup:

Ad GroupKeywordMatch TypeBid
AG_bluetooth_kopfhoererbluetooth kopfhörerExact1,20 €
AG_kabellose_kopfhoererkabellose kopfhörerExact1,35 €
AG_noise_cancellingnoise cancelling kopfhörerExact1,50 €
AG_sport_kopfhoerersport kopfhörer bluetoothExact0,95 €

Thematische Ad Groups für den Rest

Keywords, die nicht genug Volumen für eine SKAG haben, werden nach Thema gruppiert:

  • AG_Farben: "kopfhörer schwarz", "kopfhörer weiß", "kopfhörer rot"
  • AG_Anwendung: "kopfhörer sport", "kopfhörer joggen", "kopfhörer gym"
  • AG_Features: "kopfhörer wasserdicht", "kopfhörer mit mikrofon"

Separate Kampagnen nach Strategie

KampagneZweckMatch TypeBudget
SP_Exact_PerformanceBewährte PerformerExact60%
SP_Phrase_ResearchVarianten testenPhrase25%
SP_Broad_DiscoveryNeue Keywords findenBroad15%
SP_Brand_DefenseEigene MarkeExactSeparates Budget
SP_CompetitorWettbewerber (optional)ExactSeparates Budget

Portfolio-Management: Budget auf Kampagnenebene steuern

Nutze Amazon-Portfolios, um zusammengehörige Kampagnen zu gruppieren und mit einem gemeinsamen Budget-Cap zu versehen. So stellst du sicher, dass dein Gesamtbudget nie überschritten wird — auch wenn einzelne Kampagnen unerwartet performen.

Empfohlene Portfolio-Struktur:

  • Portfolio "Hauptprodukt A": Exact + Phrase + Broad Kampagnen für Produkt A
  • Portfolio "Hauptprodukt B": Exact + Phrase + Broad Kampagnen für Produkt B
  • Portfolio "Brand": Brand-Defense und Brand-Awareness Kampagnen
  • Portfolio "Discovery": Alle Discovery-Kampagnen mit separatem Gesamtbudget

Fehler bei der Kampagnenstruktur

Fehler 1: Zu viele Keywords pro Ad Group. 50+ Keywords in einer Ad Group bedeutet, dass Amazon nur 5–10 davon wirklich ausspielt. Die anderen bekommen kaum Impressions, was die Datenerhebung verlangsamt.

Fehler 2: Keine Trennung nach Match Type. Wenn Exact und Broad in einer Kampagne laufen, fressen die Broad-Keywords das Budget, bevor die (profitableren) Exact-Keywords genug Impressions bekommen.

Fehler 3: Kein separates Budget für Discovery. Wenn Discovery-Keywords und Performance-Keywords im selben Budget-Topf sind, konkurrieren sie miteinander. Discovery hat immer einen höheren ACoS — das ist normal und gewollt.

Fortgeschrittene Taktiken: Über die 5 Strategien hinaus

Placement-Multiplikatoren gezielt nutzen

Amazon bietet Placement-Multiplikatoren für "Top of Search" und "Product Page" Platzierungen. Top of Search konvertiert typischerweise 2–3x besser als andere Platzierungen.

Empfehlung: Setze einen "Top of Search" Multiplikator von 50–100% für deine besten Keywords. Analysiere nach 2 Wochen, ob der höhere CPC durch die bessere Conversion Rate gerechtfertigt wird.

Sponsored Brands und Sponsored Display einbeziehen

Sponsored Products sind der Kern — aber ignoriere Sponsored Brands und Sponsored Display nicht. Sie haben oft einen anderen Funnel-Effekt:

  • Sponsored Brands steigern die Markenbekanntheit und den NTB-Anteil (New-to-Brand)
  • Sponsored Display retargeted Besucher, die nicht gekauft haben — oft mit niedrigem ACoS

Saisonale Anpassungen planen

Dein ACoS wird nicht das ganze Jahr gleich sein. Plane für:

  • Q4 (Oktober–Dezember): CPCs steigen um 30–80%, aber Conversion Rates steigen auch. Budget erhöhen, Bids anpassen.
  • Januar: CPCs fallen, Nachfrage sinkt. Budget konservativ halten.
  • Prime Day / Deal-Events: Extreme CPC-Spitzen. Entweder aggressiv mitspielen oder Bids senken und auf organische Sales setzen.

Fazit: ACoS senken ist ein Prozess, kein einmaliges Event

Alle 5 Strategien zusammen können deinen ACoS um 20–40% senken — das zeigen zahlreiche Praxisbeispiele. Aber es ist kein einmaliger Fix. Neue Search Terms, saisonale Schwankungen und Wettbewerberaktionen erfordern kontinuierliche Optimierung.

Zusammenfassung der erwarteten Wirkung:

StrategieErwartete ACoS-ReduktionZeitaufwand/Woche
Negativ-Keywords10–20%2–3 Stunden
Match-Type-Struktur15–25% (einmalig)4–6 Stunden (Setup)
Bid-Management5–15%1–2 Stunden
Dayparting5–15%30 Min. (nach Setup)
Kampagnenstruktur10–20% (einmalig)6–10 Stunden (Setup)

Der Unterschied zwischen guten und schlechten ACoS-Werten liegt nicht im Wissen — die meisten Seller kennen diese Strategien. Der Unterschied liegt in der konsequenten, täglichen Umsetzung. Genau hier helfen Automatisierungstools: Regeln werden stündlich ausgeführt, Search Terms automatisch analysiert und Bids datenbasiert angepasst.

Bruno wurde genau dafür entwickelt. Die Rule Engine führt deine Optimierungsregeln stündlich aus, Keyword Intelligence analysiert deine Search Terms kampagnenübergreifend, und die 8-fache Budgetsicherheit (Hard Limits, Pending Queue, Kill Switch, Audit Log, AES-256 Verschlüsselung) stellt sicher, dass automatische Optimierungen dein Budget nie gefährden. Ab 490 €/Monat, alle Funktionen inklusive. Mehr Infos unter info@getbruno.de.

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